Rendez-Vous mit dem Tod

Auch im 16. Jahr des Bestehens konnte die Theatergruppe Probezeit unter Leitung von G. Bräuer überraschen. Noch vor Beginn der Vorstellung nahm er das Mikrofon zur Hand und informierte, dass es erstmalig in der Geschichte der AG kein fertiges Stück zu sehen gibt, sondern eine Zusammenstellung unterschiedlichster Textvorlagen zum Thema „Tod“.

Die Anspannung vor der Begegnung mit diesem Thema war im Saal zu spüren. Doch schon die ersten Bilder und Szenen machten deutlich, dass es nicht nur um Trauer und Schwermut geht, sondern auch durchaus heitere Akzente in der Auseinandersetzung mit dem Tod gesetzt werden. Eine Collage aus Gedichten, Essay, Liedtexten, Blog-Berichten und szenischen Passagen forderte von den Darstellern überzeugende Aktion und vom Publikum emotionale Bekenntnisse. Besonders das Ende des 1. Teils machte viele betroffen. Zitat aus dem Programmheft:

“Die entstandene theatralische Performance stellt sich der Tatsache des Todes ehrlich und facettenreich, aber auch provokant und ohne Tabus.”

Ein besonderer Effekt konnte durch die nahtlose Verbindung von Realität und Medien erzielt werden. In den Pausengesprächen und auf der Aftershow-Party waren das auch eher die ersten Gesprächsthemen, ehe man sich auch inhaltlich über das Erlebte austauschte. Es war sicherlich ein Wagnis, sich einem schwierigen Thema zu nähern, doch sollten die positiven Reaktionen des Publikums auf Stück, Darstellerleistung und Bühnenaufbau die Theater-AG bestärken, dieses Experiment gemeistert zu haben und ihrem Anspruch gerecht geworden zu sein:

“Unser Leben wird angstfreier und gelassener, wenn es uns gelingt, dem Tod den Schrecken zu nehmen.”

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